Vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen: ein bedeutender, oft unterschätzter Kostentreiber im Gesundheitswesen

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Vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen: ein bedeutender, oft unterschätzter Kostentreiber im Gesundheitswesen

Forschungseinblick

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) stellen weltweit eine erhebliche, jedoch häufig unterschätzte Belastung für Gesundheitssysteme dar. Studien zeigen, dass etwa jede zehnte Krankenhausaufnahme auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen ist. Damit gehören sie zu den häufigsten arzneimittelbedingten Ursachen für Hospitalisierungen.

Neben den klinischen Folgen verursachen UAW auch erhebliche wirtschaftliche Belastungen.

28.5.2026

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Die IATROSTAT-ECO-Studie untersuchte die Kosten von Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen. In der untersuchten Population verursachten rund 200 UAW-Patienten Gesamtkosten von etwa 1,17 Millionen Euro, was den erheblichen Ressourcenverbrauch dieser Ereignisse verdeutlicht.

Die durchschnittlichen Kosten pro UAW-bedingter Hospitalisierung lagen bei etwa 5.000–6.000 Euro, wobei einzelne Fälle – abhängig von Schweregrad und Aufenthaltsdauer – zwischen 618 und 27.380 Euro kosteten.

Hochgerechnet auf nationale Gesundheitssysteme ergeben sich daraus erhebliche finanzielle Auswirkungen.

Viele UAW könnten vermeidbar sein

Ein erheblicher Anteil unerwünschter Arzneimittelwirkungen könnte vermeidbar sein. Dies eröffnet wichtige Möglichkeiten, vermeidbare Schäden zu reduzieren und gleichzeitig die Belastung der Gesundheitssysteme zu verringern.

Vermeidbare UAW entstehen häufig durch Faktoren wie:

  • Arzneimittelwechselwirkungen
  • unangemessene Dosierung
  • patientenspezifische Risikofaktoren
  • unzureichendes Monitoring
  • Polypharmazie bei Hochrisikopatienten


Die Bewältigung dieser Risiken erfordert systematische Ansätze zur Arzneimittelsicherheit sowie einen besseren Zugang zu klinisch relevanten Arzneimittelinformationen direkt am Behandlungsort.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf nationaler Ebene

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Belastung wird noch deutlicher, wenn nationale Schätzungen betrachtet werden.

Die IATROSTAT-ECO-Studie schätzt, dass UAW-bedingte Krankenhausaufnahmen in Frankreich jährlich Kosten von rund 1,3 Milliarden Euro verursachen.

Hochgerechnet auf ein Land mit etwa 9 Millionen Einwohnern – wie Österreich – könnten UAW-bedingte Krankenhausaufnahmen jährliche Krankenhauskosten von rund 180 Millionen Euro verursachen. Dies verdeutlicht die erhebliche Belastung, die diese Ereignisse für Gesundheitssysteme darstellen.

Bereits moderate Reduktionen vermeidbarer UAW könnten daher erhebliche Einsparungen ermöglichen und gleichzeitig vermeidbare Hospitalisierungen reduzieren sowie bessere klinische Ergebnisse unterstützen. Zum Beispiel könnten durch die Vermeidung von 1.000 UAW-bedingten Krankenhausaufnahmen pro Jahr rund 5–6 Millionen Euro an Krankenhauskosten eingespart werden.

Diese Zahlen berücksichtigen noch nicht zusätzliche Vorteile wie geringere Wiederaufnahmeraten, höhere Produktivität des medizinischen Personals und bessere Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten.

Prävention verbessert sowohl Sicherheit als auch Effizienz

Da Gesundheitssysteme zunehmend unter dem Druck alternder Bevölkerungen, komplexer Therapien und Polypharmazie stehen, werden proaktivere Ansätze im Medikationsrisikomanagement immer wichtiger.

Zu den wichtigsten Präventionsansätzen gehören:

  • systematische Medikationsanalysen
  • Identifikation von Hochrisikopatienten
  • Überwachung komplexer Arzneimitteltherapien
  • Verbesserung klinischer Entscheidungsunterstützung im Medikationsmanagement

In der Praxis geht es bei der Prävention unerwünschter Arzneimittelwirkungen nicht nur um Patientensicherheit. Sie hilft auch, unnötige Krankenhausaufnahmen zu reduzieren und klinische Ressourcen effizienter einzusetzen.

Unterstützung sicherer Therapieentscheidungen

Medbase stellt wissenschaftlich validierte und klinisch relevante Arzneimittelinformationen bereit, die medizinisches Fachpersonal bei fundierten Therapieentscheidungen unterstützen. Durch die Integration hochwertiger Arzneimittelinformationen direkt in klinische Systeme und Arbeitsabläufe unterstützt Medbase Ärztinnen, Ärzte und Apotheker dabei, Medikationsrisiken frühzeitig zu erkennen und sicherere Verschreibungs- und Medikationsentscheidungen zu treffen.

Die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit erfordert sowohl klinische Expertise als auch verlässliche Informationen. Wenn diese direkt am Point of Care verfügbar sind, sind medizinische Fachkräfte besser in der Lage, unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu verhindern, bevor sie auftreten.

Letztlich geht es bei der Reduktion vermeidbarer unerwünschter Arzneimittelwirkungen nicht nur darum, Schaden zu vermeiden. Es geht darum, nachhaltigere Gesundheitssysteme aufzubauen, medizinisches Fachpersonal bei komplexen Entscheidungen zu unterstützen und Gesundheitsressourcen effizienter einzusetzen.

Literatur

  1. Laroche ML et al. Economic burden of hospital admissions for adverse drug reactions in France: The IATROSTAT-ECO study. Br J Clin Pharmacol. 2025.